
Willkommen in der Welt individueller Weinreisen!
Kein fix geschnürtes Paket, sondern Bausteine sind hier der Weg zu Winzer, Weinlandschaft und noch viel mehr! Und so stellen Sie unverbindlich Ihre persönliche Weinreise zusammen:
1. Unter 'Übersicht' finden Sie alle Weinbaugebiete in unserem Programm, klicken Sie diese an um
2. eine Detailkarte zu erhalten. Auf dieser sind sämtliche buchbaren Weinreisen-Bausteine eingezeichnet, je nach der Kategorie nach verschiedenen Symbolen. Sie können sich nun frei auf der Karte bewegen, zoomen und auch eine Satelliten-Ansicht wählen, um sich z.B. das Weingut aus der Nähe anzusehen. Blenden Sie die einzelnen Kategorien zur Übersichtlichkeit ein und aus!
3. Klicken Sie nun im Menü oder auf der Karte auf einen Baustein, informieren Sie sich direkt bzw. lassen sich die Detailseite zeigen, und wenn Ihr Interesse geweckt ist klicken Sie auf 'Zu Reise hinzufügen' - schon bauen Sie Ihre persönliche Weinreise! Die angeführten Preise entsprechen bei den Weingütern jenen Mindestpreisen für Führung+Verkostung, und bei den Unterkünften jenen Mindestpreisen für eine Person im Doppelzimmer pro Nacht mit Frühstück (die tatsächlichen Preise ergeben sich nach Verfügbarkeit, Kategorien und Zusatzwünschen). Wählen Sie ein Restaurant, so führen wir für Sie die Reservierung durch.
4. Haben Sie Ihre Baustein-Liste erstellt, so füllen Sie noch wichtige Reisedaten unter 'Reiseorganisation' ein, und wir kümmern uns um alles Weitere! Die zusammengestellte Reise ist selbstverständlich unverbindlich.
Eger
Weinbaufläche: 4.395 ha
An den südwestlichen Hängen des Bükk-Gebirges, dort wo die große Tiefebene (Alföld) unvermittelt in diese Gebirgslandschaft übergeht, ca. 130 km nordöstlich von Budapest gelegen, erstreckt sich das historische wild-romantische Weinbaugebiet Eger, Heimat des berühmten „Egri Bikavér“ (Erlauer Stierblut).
Die Mehrzahl der Hänge befinden sich in einer sonnenreichen Süd-Südwestlage und liegen von den kalten Nordwinden geschützt. Das Klima ist trocken und kühl.
Der nördliche Teil des Weinbaugebiets ruht auf den alten Gesteinsformationen des Bükk-Gebirges, bestehend v.a. aus Kalkstein, Sandstein und Dolomit, worauf sich eine Mischung aus Lehm, Sand und braunen Waldböden abgelagert hat. Dies stellt den Grundboden der nördlich der Stadt Eger liegenden Weingärten, sowie derer im Dreieck Eger-Felsotárkány-Noszvaj dar (hier liegt beispielsweise die sog. Afrika-Riede, die ihren Namen nach ihrem warmen Mikroklima erhielt).
Für die südlichen Teile der Region sind Lavagesteine charakteristisch, wobei der Rhyolith-Tuff den wichtigsten Vertreter darstellt. Diese Sedimentschichten sind von bestimmender Bedeutung, da sie eine ideale Voraussetzung für die Herstellung von körperreichen Weinen mit hohem Alkoholgehalt darstellen.
Aber auch zur optimalen Lagerung trägt das Gestein bei: Die Natur-Keller, die fast zur Gänze in den weichen Tuffstein eingemeißelt sind (sowie auch das viele Kilometer lange Kellersystem unter der Stadt und die unterirdischen Kasematten der Burg zu Eger), ergeben eine ausgezeichnetes Klima für das Lagern und Reifen der Weine.
Die charakteristischen weißen Rebsorten sind Welschriesling (Olaszrizling), Mädchentraube (Leányka), Traminer und Muskat Ottonel (Muskotály). Von den roten stellen Blaufränkisch (Kékfrankos), Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon, Merlot, und Blauer Portugieser (Kékoportó) die bedeutendsten Sorten dar. Der weltberühmte Wein von Eger ist der „Egri Bikavér“ (Erlauer Stierblut), eine Cuvée aus mindestens drei unterschiedlichen roten Trauben, welcher v.a. auch im Alter seine wahren Stärken zeigt. Die Erlauer Weine sind elegant, komplex und weisen eine große Geschmacksharmonie auf.
Das Zentrum der Weinproduktion ist die Stadt Eger, welche viele Sehenswürdigkeiten beherbergt, wie etwa die gleichnamige Burg – eine Pilgerstätte für viele historisch Interessierte – die sehenswerte Kellergasse des Szépasszonyvölgy am Rande der Stadt, die eindrucksvolle Basilika, oder den einladenden Ortskern, wo zu den wichtigsten Zeiten des Weinjahres Feste zu Ehren der Traube gefeiert werden, welche eine große Anzahl an Besuchern anzieht.
Tokaj-Hegyalja
Weinbaufläche: 5.446 ha
Der Ruhm der über tausend Jahre alten hiesigen Vitikultur ist auch durch die Tatsache belegt, dass so gut wie kein Weinmarkt auf dieser Welt, welcher etwas auf sich hält, ohne einer Selektion von Tokajer Weinen auskommt. Der Tokajer Ausbruch (Aszú) erlangte bereits am Hofe Ludwig XIV. den Ehrentitel „König der Weine, Wein der Könige“ („Vinum regnum – rex vinorum“), wurde aber auch gerne am russischen Zarenhof und im polnischen Adel kredenzt.
Der erste Ausbruchwein wurde 1650 von Máté Szepsi Lackó von Trauben des Weinbergs Oremus der Stadt Sárospatak gekeltert.Die örtliche Topographie beeinflusst die Qualität der Weine maßgeblich. Die Rieden, welche an den südlichen und östlichen Hängen des Gebirgszuges des Zemplén situiert sind, werden durch selbigen vor den kalten Nordwinden geschützt, und tragen gleichzeitig dazu bei, dass der Wasserdampf zu den Trauben aufsteigen kann. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Nähe zu den Flussläufen des Bodrog und der Theiß, welche zu den Füßen der Berge ebenfalls eine Rolle bei der Gestaltung des Mikroklimas spielen, und vom Mittelalter an auch für den Transport der Weine wichtig waren. Es ist kein Zufall, dass die namensgebende Stadt der Region am Zusammenfluss von Theiß und Bodrog liegt, und stets das Wirtschafts- und Handelszentrum von Tokaj-Hegyalja war.
Das Klima ist subkontinental, und gleichzeitig sind die örtlichen Verhältnisse einzigartig: Nach dem zur Reifezeit verlässlichen, gut eine Woche währenden Niederschlag, setzt eine sonnenreiche, milde und trockene Periode ein. Dies begünstig den Befall der Trauben mit der Botrytis, der unerlässlichen Voraussetzung für die Edelfäule der Trauben, der Entstehung von Ausbruchtrauben ("botrytis cinerea"). Auch die Herbstnebel, die morgendlich von den beiden Flüssen aufsteigen, fördern diesen Vorgang.
Die Bodenbeschaffenheit ist ortsabhängig unterschiedlich. Auf vulkanischem und kalkhaltigem Gestein aufbauend, haben sich im Umland der Gemeinden von Tarcal und Tokaj ausgedehnte Lößböden, an den Flanken des Gebirgszuges braune Waldböden mit eingewaschenem Lehm gebildet.
Das Anbaugebiet teilt sich nach Klima, Boden und Topographie in fünf Zonen: den Kopasz-hegy (bei Tokaj), das Mádi-Becken, das Erdöbényei-Becken, das Tolcsvai-Becken, und das Felsö-Tokaj.
Die wichtigsten Rebsorten sind der Furmint und der Lindenblättrige (Hárslevelü). Darüber hinaus wird der Gelbe Muskateller (Sárga Muskotály) und Zeta (früher: Oremus) angebaut, andere Rebsorten sind nicht zugelassen. Eine wichtige Eigenschaft dieser Trauben ist die dünne Schale, was den Befall mit der Edelfäule begünstigt. Ein anderes Merkmal ist der säuerliche Charakter der Weine, wodurch sie lange reifen und genossen werden können. Nicht zufällig können ausgezeichnete Ausbruch(Aszú-)weine nach 80-90 Jahren erst recht feurig und groß sein, und auch der gängige Wein erreicht seine beste Trinkbarkeit nach 10-25 Jahren.
In der Region werden drei Hauptarten von Weinen gekeltert:
Sortenweine stellen 50-60% der Produktion dar, hergestellt nach der traditionellen Weißweinmethode. Diese sind auch als Grundlage für die Herstellung der Spätlese hervorragend geeignet.
Samorodni bedeutet aus dem polnischen übersetzt ‚wie geboren’. Bei diesem Wein werden jene Trauben, welche mit der Edelfäule befallen sind zusammen mit unversehrten gekeltert. Der Samorodni kann je nach Menge des unvergorenen Zuckers süß oder trocken sein. Dieser Wein ist ein beliebter Aperitif.
Die Grundlage für die Herstellung des Ausbruch/Aszú besteht darin, dass die Ausbruchtrauben mit Most oder jungem Wein aufgegossen, gepresst und vergoren werden. Die Qualitätsklassen dieser Weine werden traditionell mit der Anzahl der sog. Butten bezeichnet (von 3 bis 6 Butten). Diese Zahl zeigt die Menge der dem Wein zugemischten Ausbruchtrauben: Zu einem Gönczer Fass (von ca. 136 l) Wein oder Most werden Ausbruchtrauben von jeweils ca. 20 kg hinzugegeben.
Für die Qualität ist auch ein guter Keller unerlässlich. In Tokaj-Hegyalja sind die Kelleranlagen Jahrhunderte alte, in Fels gehauene und oft mehrgeschossige Bauwerke. Die Temperatur bleibt darin bei konstanten etwa 10ºC. Auch die dicken Schichten von Pilzkulturen an den Wänden tragen zu einem gleichmäßigen Klima bei.
Die in den vergangenen eintausend Jahren entstandenen Traditionen des Weinbaus in seiner lebendig erhaltenen ursprünglichen Form und die jeher bewahrte Einheit dieses Weinanbaugebietes haben die UNESCO veranlasst, das historische Weinbaugebiet von Tokaj und seine Kultur im Jahre 2002 in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen. Nicht nur der berühmte Wein, sondern auch seine Geburtsstätte, die Landschaft und seine Winzer, sind eine Reise wert.